Everything I Know About Love

  • Autorin: Dolly Alderton
  • Genre: Unterhaltungsliteratur
  • Sprache: Englisch
  • Erschienen: 2019
  • Datum: 21.09.2025

Bewertung:

Aus einem Leben voll Chaos, Drogen und den ganz großen Fragen

Klappentext

Ein warmes und witziges Memoir über das Erwachsenwerden und alle Lektionen, die man dabei lernt: Dolly Alderton weiß wirklich alles über desaströse Dates, chaotische Nächte und falsche Entscheidungen. Sie weiß, wie es ist, wenn einem das Herz gebrochen wird – aber auch, wie man es flickt. Denn vor allem erzählt Dolly so brutal ehrlich wie unfassbar komisch vom großen Glück der Freundschaften, die fürs Leben sind und nicht nur Lückenfüller zwischen Liebhabern.

Dolly Alderton kennt alle Seiten der Liebe, die guten und die dunklen. Da ist der Guru, der tief in ihr Inneres schauen kann und der sich am Morgen nach der lang ersehnten ersten Nacht doch aus dem Staub macht. Oder ein dubioser Kerl in New York, der sie zu einem Dreier überreden will. Oder der verplante Hippie, für den sie sich die Haare abrasiert.

Und dann stellt Dolly plötzlich fest, dass es Liebe auch ganz anders gibt und dass die Freundschaften mit ihren Mädels ihr mehr über die Liebe beigebracht haben als alle Männer. Freundinnen, die für einen da sind, wenn man nicht weiß, wovon man die Miete zahlen soll, wenn eine Beziehung zerbrochen ist oder die Rod-Stewart-Mottoparty nach hinten losgeht.

“Nearly everything I know about love, I’ve learnt from my long-term friendships with women.”

I know that love can be loud and jubilant. It can be dancing in the swampy mud and the pouring rain at a festival and shouting “YOU ARE AMAZING” over the band. It’s laughing until you wheeze. It’s walking along the street together on a Saturday night and feeling an entire city is yours.

I also know that love is a pretty quiet thing. It’s lying on the sofa together drinking coffee, talking about where you’re going to go that morning to drink more coffee. It’s folding down pages of books you think they’d find interesting.

I know that love happens under the splendour of fireworks and sunsets, but also happens when you’re lying on blow-up airbeds in a childhood bedroom, sitting in A&E or in the queue for a passport.

Ich hatte eigentlich keine Erwartungen, als ich dieses Buch anfing, ich wusste nur, dass es die großen Lebensfragen abhandeln will. Familie, Liebe, Freundschaft, Jobs und die Zukunft, alles Themen die einen jeden Tag beschäftigen und ausmachen, wer man ist.
Vielleicht war ich deshalb so überrascht, dass ich in diesem Buch nicht nur mit den oben genannten Themen konfrontiert wurde, sondern auch mit der brutalen Realität von Sucht und Selbstzweifel.

Auch wenn ich selbst keine Suchterfahrungen habe, habe ich mich sehr in Dolly sehen können. Die Aufsplitterung seiner selbst, damit man in jede Freundesgruppe passt, damit jeder einen mag und damit man im Online Dating wenigstens zum zweiten Treffen kommt war komischerweise sehr nah an meiner eigenen aktuellen Erfahrung. Arbeitslosigkeit und Freundschaften, die sich verändern können einen absolut aus der Bahn werfen und Alderton schafft es sehr gut, dieses Gefühlschaos einzufangen. Auch ihre Einstellung zu Therapie und die Aussage, dass man bereit sein muss, für den Weg, der vor einem liegt, fand ich einen sehr schönen, aber auch realistischen Einblick.

Dolly ist unfassbar priviligiert und hat dennoch große Schwierigkeiten, sich in der Welt zurecht zu finden. Ich denke, dass dieses Buch nicht für jeden ist, da man teilweise doch eher weniger Empathie aufbringen kann, wenn Dolly mit bewussten schlechten Entscheidungen doch beruflich weiter kommt. Gleichzeitig hat dieses Buch auch aufgezeigt, wie viel doch hinter der Maske des sorglosen Partygirls steckt und dass man auch mit gesunder Familie und Dach über dem Kopf ganz schön viele Probleme haben kann und sich nach Liebe sehnt.

Alderton nutzt verschiedene Formate wie Listen, Chatverläufe und ähnliches, um das Buch aufzulockern und verleiht ihm so einen tagebuchähnlichen Charakter, bei dem man das Gefühl hat, direkt in die Gedanken mit aufgenommen zu werden. Wer Englisch versteht, der* würde ich das Hörbuch empfehlen, denn die Autorin spricht das Buch mit genau der richtigen Verzweiflung und Verärgerung ein, erlaubt aber auch, durch Humor und ein wenig Selbstironie Spaß an der Story zu finden.

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