Der August war für mich ein besonderer Monat, da ich meine Weiterbildung bei Alfatraining beginnen konnte.
Über die nächsten sechs Monate werde ich mir Wissen in Webdesign, Produktmanagement, SEO, Projektmanagement und vielem mehr aneignen. Im August habe ich jetzt bereits Basiswissen Adobe Photoshop und InDesign abgelegt (mit 100 von 100 Punkten, ich kleine Streberin).
Neben meiner Weiterbildung bin ich auch endlich mal wieder zum Übersetzer*innen Stammtisch Düsseldorf gegangen, einen Vorsatz, den ich schon seit Monaten hatte, aber nie umgesetzt habe. Manchmal braucht es eben eine Freundin, die einen motiviert (Danke Alicia).
Der Übersetzer*innen Stammtisch findet in Düsseldorf immer am ersten Donnerstag des Monats statt und bietet Übersetzer*innen aus der Gegend einen Abend zum Zusammenkommen, Austauschen und Vernetzen. Immer in der Destille in Düsseldorf 🙂
Neben meiner Übersetzertätigkeit, Content Creatorin und Weiterbildung bin ich ja auch als Lektorin/Texterin/Übersetzerin auf UpWork und habe da im August endlich mal einen größeren Auftrag an Land ziehen können. Die Überarbeitung und Quellenrecherche für ein Videoskript hat mir außerordentlich Spaß gemacht und haben mir gezeigt, dass ich eine große Freude für jegliche Recherchearbeit aufbringen kann. Dieses Zusammentragen von Informationen, Colour-Coden und Einarbeiten von Quellen ist einfach genau mein Ding.

Ein wenig ernüchternd war es auf der Bewerbungsseite. Ich hatte Anfang August ein Bewerbungsgespräch bei einem Verlagshaus im Kölner Süden und bin sogar in die zweite Bewerbungsrunde gekommen. Vor Ort in Köln war der Austausch ausgesprochen nett und vielversprechend. Leider wurde ich danach von diesem Verlag geghostet und auf Nachfrage auch eher unfreundlich in meine Schranken gewiesen. Spoiler, Anfang September kam dann (endlich) die Absage.
Ich habe mir jetzt schon häufiger gehört, dass ich mich daran gewöhnen muss, dass es normal ist, zu ghosten, allerdings bin ich da noch etwas trotzig. Ich finde es so schade, dass dieser Umgangston (oder das Fehlen davon) normal wird, dass wir einander nicht mehr auf Augenhöhe begegnen können oder zumindest kurz, respektvoll miteinander kommunizieren können. Ein kurzes „Hey, sorry, ich weiß, wir haben einen Termin genannt, an dem wir eine Entscheidung haben, aber es verzögert sich intern noch“, hätte mir so viel Kopfzerbrechen erspart und einen guten Eindruck des Verlags hinterlassen.
Bei Bewerbungen freue ich mich mittlerweile ja schon auf eine Formabsage, da es bedeutet, dass ich wenigstens eine Antwort habe. Auch Freund*innen berichten mir das.
Müssen wir wirklich akzeptieren, dass Ghosting normal ist? Dass keine Zeit da ist, für eine Formabsage? Oder zumindest eine respektvolle Antwort bei Nachhaken? Oder im allerbesten Fall keine festen Termine, an denen sich jemand melden will, sondern ein „Wir melden uns, sobald wir Informationen haben?“
Vielleicht werde ich einfach altmodisch.
Abschließend noch ein paar positive Worte. Ich bin so unfassbar dankbar über mein Supportnetz. Bürgergeld, Weiterbildung, Freund*innen und aber auch mein eigenes Durchziehen ermöglichen mir aktuell wieder Optimismus. Ich bin optimistisch, dass ich mich durchbeißen werde und meine Weg finden werde. Es ist schwer, selbstständig zu sein. Es ist aber auch aktuell sehr schwer, eine Job zu finden.
Ich will mich also so gut wie möglich weiterbilden, breiter aufstellen und mich selbst um alles kümmern, über das ich selbst Kontrolle habe. Ich kann nichts am Arbeitsmarkt, der Politik oder der Branche ändern. Aber ich kann an mich selbst glauben, meine Plattform aufbauen, mich vernetzen und mich um Aufträge kümmern. Und das gibt mir Hoffnung 🙂

